Archiv für November 2010

Seminar „Race, sex and class“: 26.-28.11.

Das kommende Wochenende diskutieren mit Friedrike Habermann über gemachte Identitäten und ökonomischen Determinismus. Wenn ihr mit dabei sein wollt (all genders welcome), schreibt an aflrk@web.de. Keinen Teilnehmer_innenbeitrag, jedoch sind Spenden für die Verpflegung erwünscht.

„Race, sex and class“: Ein Wochenendseminar zu gemachten Identitäten und ökonomischem Determinismus“ mit Friederike Habermann
---> Naturfreundehaus Kalk, Kapellenstr. 9a, U Station Kalk Kapelle
---> Anmeldung unter aflrk@web.de, Teilnehmer_innenzahl ist begrenzt!
---> offen für alle Gender
---> eine Kooperationsveranstaltung mit dem Naturfreundehaus Kalk

*“Marxistische Diskussionen und feministische sowie postkoloniale Theoriestränge existieren auf seltsamer Weise unverbunden nebeneinander. Die einen beschäftigen sich mit Kapitalismus, die anderen mit Identität-dieser Eindruck drängt sich bis heute auf, sei es in theoretischen Abhandlungen, sei es auf politischen Veranstaltungen. Wenn überhaupt, dann findet die Auseinandersetzung miteinander als (meist polemisch geführter) Paradigmenstreit statt. Ansätze einer fundamentalen Verknüpfung von Herrschaftsverhältnissen lassen sich kaum finden. Trotz einer zunehmenden gleichzeitigen Berücksichtigung verschiedener Herrschaftsverhältnisse fehlt die analytische Verbindung.
These dieser Arbeit ist, dass Kapitalismus, Rassismus und Sexismus wie alle Herrschaftsverhältnisse über unsere Identitäten miteinander verwoben sind – Identitäten nicht als addierbare Verhältnisse im Sinne abtrennbarer Einzelerscheinungen, sondern als im Wechselverhältnis entstanden und untrennbar miteinander verknüpft.“
(Auszug aus der Einleitung von „Der homo oeconomicus und das Andere“)

Die sich anschließenden Fragen diskutieren wir mit der Autorin Dr. Friederike Habermann. Friederike ist Historikerin und Volkswirtin. Als Autorin veröffentlichte sie zuletzt:

„Der homo oeconomicus und das Andere. Hegemonie, Identität und Emanzipation“ (Nomos)
„Halbinseln gegen den Strom. Anders leben und wirtschaften im Alltag“ (Ulrike-Helmer-Verlag)

In zwei Einführungblöcken wollen wir die Grundlagen postkolonialer, poststrukturalistischer und (post-) feministischer Theorie klären und besprechen. Besonders interessiert uns dabei das Verhältnis dieser Denkrichtungen zur Theorie der Kritik der politischen Ökonomie.

In einem weiteren Schwerpunkt werden wir an einem Zentralbegriff der bürgerlichen Ökonomie, dem „homo oeconomicus“ untersuchen, wie hilfreich die Analysewerkzeuge der oben genannten Denkschulen sind.

Im Schlussteil soll die Frage aufgeworfen werden, ob und wie die ökonomischen Verhältnisse allumfassend über Lebensweisen bestimmen oder ob bürgerliche Herrschaft eher ein Ensemble verschiedener Machtstrukturen darstellt.

Donnerstag: noch OFFENerES PLENUM als sonst

…weiblich definierte Personen, kommt vorbei! Wir treffen uns um 20 Uhr im Referat!

16.11. Inhalte Café: …ist das jetzt sexistisch?

Kennt ihr Bilder/ Werbungen/ Lieder/ Videos/ Texte, bei denen ihr zweifelt, ob ihr sie sexistisch finden sollt oder nicht und warum (nicht)? Findet ihr etwas (nicht) sexistisch und wundert euch, dass das viele Leute anders sehen? Bringt sie alle an diesem Tag mit, wir gucken/hören sie zusammen an und diskutieren gemeinsam: Welche Darstellungen sind tatsächlich sexistisch? Gibt es so etwas wie „tatsächlich sexistisch“ überhaupt? Oder muss immer ein „ich finde…“ vor den Satz gestellt werden? Was ist denn überhaupt „sexistisch“?

Texte dazu findet ihr hier. und hier zum Beispiel.
Kriterien für die Bezeichnung von sexistisch in Bezug auf Werbung wurden hier erarbeitet.

Ausstellung (15.-18.11.): Sexismus in der Werbung

sex wer large

---> im AStA Café, Universitätsstr. 16
---> all genders welcome
---> Öffnungszeiten 9-17 Uhr
---> mit Büchertisch am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag, 15-17 Uhr

---> Ausstellungseröffnung am 15.11. von 16 bis 19 Uhr
---> mit einem theoretischen Input und einem Konzert von Krikela
---> und mit Sekt und Häppchen

Werbung ist omnipräsent in unserem Alltag und wird in ihrem Übermaß meist kaum noch bewusst wahrgenommen. Auf der Straße, im Fernsehen, im Internet werden mit ihr Inhalte übertragen, die weit über das beworbene Ding hinausgehen. Sie zeigt uns normierte Menschen und arbeitet intensiv mit Geschlechterzuschreibungen. Pünktlich zur Mario-Barth-MediaMarkt Kampagne, mit der uns an jeder Straßenecke vorgeschrieben wird, wie Männer und Frauen denn zu sein haben, holen wir eine grandiose Ausstellung von Potsdam nach Köln. In dieser wird dieser Alltagsgegenstand auf vor allem sexistische, aber auch rassistische, eurozentristische und lookistische Inhalte untersucht und die Frage aufgeworfen, was die als selbstverständlich wahrgenommene Omnipräsenz dieser Inhalte mit uns macht.

Zum Auftakt der Ausstellung laden wir am 15.11. von 16-19 Uhr zur Eröffnungsfeier. Es wird einen kleinen Vortrag von den Macherinnen der Ausstellung und ein Konzert von Krikela geben.

---> hier gibt es einen Zeitungsartikel über die Ausstellung
---> hier gehts zum Blog der Ausstellung

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